Kurzzusammenfassung
- Project Babylon entstand im September 2043, um Überleben und Ordnung in New Orleans zu sichern
- Historischer Stadtkern größtenteils intakt, Außenbezirke verwüstet oder radioaktiv belastet
- Schutz, Wasser, Strom und Infrastruktur sind an Abgaben an die Pfeilerfraktionen gebunden
- Die Safe Zone stützt sich auf vier tragende Pfeilerfraktionen
- Interne Spannungen zwischen den Pfeilerfraktionen
Wo Menschen überleben, entsteht früher oder später der Drang, Ordnung herzustellen. Project Babylon wuchs aus diesem Impuls heraus – aus Notwendigkeit, aus Kalkül und dem Willen, dem Zusammenbruch der Welt etwas Dauerhaftes entgegenzusetzen. Der Meteoriteneinschlag von 2042 leitete das Ende der bekannten Zivilisation ein. Regierungen zerfielen, digitale Netzwerke brachen zusammen, Versorgungsstrukturen kollabierten. Auf die unmittelbare Zerstörung folgten Hunger, Strahlung und unkontrollierte Mutationen, die weite Teile der Bevölkerung dahinrafften.
Auch New Orleans wurde schwer gezeichnet. Ganze Bezirke versanken in Trümmern oder radioaktiver Verseuchung. Der historische Stadtkern blieb jedoch in weiten Teilen strukturell intakt. Diese bauliche Stabilität machte ihn zu einem strategischen Ankerpunkt. Im August 2043 begann ein Zusammenschluss zweier Gruppierungen von Überlebenden, die Revenants und die Mercenaries, mit koordinierten Vorstößen in das Stadtgebiet. Anfangs ging es um Sicherung und Aufklärung, bald darauf um systematische Rückeroberung. Mutanten – deformierte, instabile Überreste menschlicher Existenzen – bevölkerten die Ruinen und machten jede Operation zu einem Risiko.
Parallel zu den Gefechten konzentrierten sich die Einsatzkräfte auf kritische Infrastruktur. Eine beschädigte Trinkwasseraufbereitungsanlage wurde unter hohem Personalverlust repariert, ein Fusionskraftwerk stabilisiert und in Betrieb genommen. Mit Energie und sauberem Wasser entstand erstmals wieder eine verlässliche Grundlage für Ansiedlung. Diese beiden Faktoren markierten den Wendepunkt: Aus einer militärischen Operation entwickelte sich ein dauerhaftes Siedlungsprojekt.
Unterhalb der Stadt wurden ehemalige U-Bahn-Stationen zum organisatorischen Zentrum umfunktioniert. Die Stationen bieten Schutz vor Strahlung, kontrollierte Zugänge und stabile Versorgungssysteme. Hier werden Neuankömmlinge registriert, medizinisch untersucht und nach ihren Fähigkeiten erfasst.
Integration erfolgt über Beitrag. Der Schutz hinter den babylonischen Mauern, der Zugang zu Strom, sauberem Wasser und gesicherter Infrastruktur, ist an eine klare Bedingung geknüpft: Jede Person, jede Gruppe und jeder ansässige Betrieb leistet einen festen Beitrag an die tragenden Fraktionen der Safe Zone. Dieser Beitrag erfolgt in Form erwirtschafteter Ressourcen, geborgener Materialien, technischer Dienstleistungen oder eines festgelegten Anteils an Handelsgewinnen. Offiziell spricht man von Abgaben zur Aufrechterhaltung der Infrastruktur. Inoffiziell gleicht das System einer strukturierten Schutzleistung. Wer seinen Verpflichtungen nicht nachkommt, verliert Privilegien – zuerst Stromkontingente, dann Wasserrationen, schließlich den Anspruch auf militärischen Schutz.
Auf diese Weise entsteht ein Kreislauf aus Sicherheit und Gegenleistung. Die Pfeilerfraktionen garantieren Stabilität, Verteidigung und Versorgung; die Bevölkerung finanziert und stärkt im Gegenzug genau diese Strukturen. Babylon funktioniert, weil jede Ressource einen Preis hat – und weil jeder weiß, was außerhalb der Mauern wartet.
Die interne Struktur Babylons ist funktional gegliedert und orientiert sich an klaren Zuständigkeiten. Die Revenants bilden das militärische Rückgrat der Safe Zone. Sie sichern die Außengrenzen, führen Rückeroberungs- und Aufklärungseinsätze durch und verantworten strategische Expansionen in angrenzende Stadtsektoren. Darüber hinaus kontrollieren sie die Trinkwasseraufbereitung und damit eine der sensibelsten Lebensadern Babylons. Wasser ist Macht – und diese Macht liegt fest in ihren Händen.
Die Mercenaries haben ihre Rolle im Laufe der Konsolidierung neu definiert. Sie fungieren innerhalb der Safe Zone als anheuerbare Söldner, Sicherheitskräfte und operative Problemlöser. Gleichzeitig treten sie als Auftraggeber auf, vermitteln riskante Missionen, Ressourcenbeschaffungen oder gezielte Interventionen. Ihr Einfluss speist sich aus Mobilität, Kampferfahrung und einem weit verzweigten Netz aus Kontakten. Wer diskrete Durchsetzungskraft benötigt, wendet sich an sie – gegen entsprechende Gegenleistung. Die Risen stellen das wissenschaftliche und medizinische Fundament Babylons dar. Als Ärzte, Forscher und Analysten widmen sie sich der Versorgung der Bevölkerung ebenso wie der Erforschung von Etusan, jenem rätselhaften Faktor, der Mutationen, Energiephänomene und biologische Anomalien beeinflusst. Ihre Labore und Behandlungsstationen sind unverzichtbar für das langfristige Überleben der Safe Zone. Wissen ist ihr Kapital, Präzision ihr Anspruch.
Die Ghostliner schließlich sichern die energetische Stabilität der Stadt. Sie kontrollieren das Fusionskraftwerk und speisen den Strom in die verschiedenen Sektoren ein. Gleichzeitig betreiben und überwachen sie das babylonische Netzwerk – eine digitale Infrastruktur, die Kommunikation, Datenverwaltung und sicherheitsrelevante Systeme miteinander verbindet. Ohne ihre Expertise würde Babylon binnen Stunden im Dunkeln versinken, physisch wie digital.
Diese Fraktionen bilden die tragenden Pfeiler der Safe Zone. Einfluss entsteht durch Kontrolle über lebenswichtige Infrastruktur, militärische Stärke, technologische Kompetenz oder wissenschaftliche Erkenntnisse. Babylon bleibt stabil, solange dieses Gleichgewicht gewahrt wird - gleichzeitig wird es bedroht von Spannungen zwischen eben diesen tragenden Fraktionen.
Überregionale Kontakte existieren faktisch nicht. Es kursieren Berichte über weitere Safe Zones in Bunkeranlagen, alten Militärkomplexen oder unterirdischen Forschungseinrichtungen. Selbst Gerüchte über isolierte Kolonien jenseits der Erde halten sich hartnäckig. Doch seit dem Zusammenbruch globaler Kommunikationsnetze fehlt jede stabile Verbindung in größere Distanzen. Babylon agiert in relativer Isolation, umgeben von verstrahlten Landstrichen und unberechenbaren Fragmenten ehemaliger Zivilisation.
Der Name „Babylon“ trägt historische Schwere. Er verweist auf Größe, kulturelle Verdichtung und menschlichen Ehrgeiz – ebenso wie auf Übermut. In diesem Spannungsfeld bewegt sich das Projekt. Es steht für Wiederaufbau unter extremen Bedingungen, für technologische Ambition und für eine Ordnung, die sich aus Effizienz und Durchsetzungsfähigkeit speist. In den Ruinen einer untergegangenen Welt formt sich hier der Versuch, Bestand zu sichern und Zukunft neu zu definieren.
