Kurzzusammenfassung
- Etusan ist integraler Bestandteil moderner Cyberware und unterstützt neuronale Integration
- Kybernetik umfasst alle Technologien, die biologische Systeme mit Maschinen verbinden
- Von kosmetischen Implantaten bis zu militärischen Exoskeletten reicht die Bandbreite der Augmentierungen
- Etusan-Überlastung kann Mutation, Feralisierung und psychische Entfremdung auslösen
- Kybernetik bietet Macht und Effizienz, stellt aber ein Risiko für die Menschlichkeit dar
Die Entdeckung und Erforschung von Etusan hatte die Cybertechnologie der Vorkrisenzeit auf ein bisher unerreichtes Niveau gehoben. Das seltene Isotop wirkte direkt auf neuronale und biologische Strukturen und eröffnete Möglichkeiten der Mensch-Maschine-Integration, die damals als nahezu perfekt galten. Die großen Megakonzerne hatten unterschiedliche Systeme entwickelt, die sich in Materialwahl, Halbleiterstruktur, Softwarearchitektur und Etusan-Gehalt unterschieden. Einige Unternehmen hatten besonders leistungsfähige Implantate geschaffen, oft durch hohe Konzentrationen von Etusan in kritischen Komponenten. Die Methoden, mit denen diese Technologien entwickelt wurden, blieben geheim und waren häufig das Ergebnis unethischer Experimente.
Kybernetik beschreibt alle Technologien, die biologische Systeme erweitern, ersetzen oder verändern, indem sie Maschinen, Software oder künstliche Intelligenz integrieren. Das reicht von implantierbaren Cyberdecks für Hacking, neuronalen Interfaces für Echtzeit-Informationen, ExoLinks™ für Fahrzeug- und Drohnensteuerung, über mechanische Verstärkungen wie Gorilla-Arme oder Sprunggelenke für athletische Manöver, bis hin zu biologischen Hybridimplantaten wie synthetischen Organen oder Enzym-Injektionen zur Leistungssteigerung. Kosmetische Implantate dienen zur Individualisierung und Statusdarstellung, etwa durch subdermale LEDs, dynamische oder Haarimplantate. Die Vielfalt der verfügbaren Kybernetik reicht von erschwinglichen Alltagsprodukten bis zu teuren Militär- und Sicherheitsimplants. Gesellschaftlicher Druck, der florierende Schwarzmarkt und Ripperdocs hatten vor dem Untergang dafür gesorgt, dass Cyberware selbst in ärmeren Schichten weit verbreitet war.
Der übermäßige Einsatz von Etusan-haltiger Technologie barg und birgt noch immer - heute mehr als damals - allerdings erhebliche Risiken. Wenn biologische Systeme die Belastung nicht bewältigen, können körperliche Deformationen, unkontrollierte Gewebeveränderungen und Mutationen auftreten. Psychische Effekte zeigen sich in Form zunehmender Aggressivität, instinktivem Verhalten und Entfremdung von menschlichen Empfindungen. In Extremfällen kann die kybernetische Integration die Persönlichkeit des Trägers überlagern, sodass die Maschine die Kontrolle übernimmt. Solche Phänomene werden als Feralisierung bezeichnet. Betroffene verlieren die Fähigkeit zu Empathie, ihre Identität fragmentiert, und die Grenzen zwischen Freund und Feind verwischen vollständig.
Die psychologischen und sozialen Folgen sind katastrophal. Familien und Gemeinschaften ist es unmöglich, weiter mit Feralisierten umzugehen; oft werden sie isoliert oder gejagt, doch meist zu spät, nachdem sie bereits erheblichen Schaden anrichten konnten. Vor der Katastrophe wurden als Konsequenz daraus von den meisten Nationen polizeiliche Sondereinsatzskommandos ins Leben gerufen mit der alleinigen Aufgabe, Feralisierte unschädlich zu machen.
Unter den Überlebenden der Apokalypse ist das Risiko der Feralisierung noch präsenter als je zuvor.
