Kurzzusammenfassung
- Vor dem Weltuntergang verband ein globales Hochleistungsnetz Staaten, Konzerne und Alltagsgeräte
- Quantenserver, autonome Datenzentren und KI-gestützte Steuerungssysteme machten das Net nahezu allgegenwärtig
- Die Apokalypse zerstörte zentrale Knotenpunkte und ließ die globale Vernetzung kollabieren
- In Babylon existiert mit dem Babylonian Access Network (BAN) ein streng kontrolliertes Restnetz
- Finanz- und Spezialnetze wie das frühere NED-Net oder das ECN funktionieren nur noch lokal und fragmentiert
Die Vernetzung der Welt nahm bis zur Apokalypse stetig zu und erreichte kurz vor 2043 ihren technologischen Höhepunkt. Glasfasernetze spannten sich wie ein dichtes Geflecht über Kontinente, ergänzt durch orbitale Relaisstationen, Tiefseekabel neuer Generation und selbstheilende Mesh-Systeme in urbanen Zentren. Megakonzerne und Banken investierten enorme Summen in diese Infrastruktur. Ihr Interesse galt nicht nur der Kommunikation, sondern der vollständigen Integration wirtschaftlicher, logistischer und sozialer Prozesse in ein einziges digitales Ökosystem.
Das Net regelte Verkehrsströme in Echtzeit, synchronisierte Lieferketten über mehrere Kontinente hinweg und analysierte globale Finanzbewegungen innerhalb von Millisekunden. Kontaktlose Zahlungen mit dem New Dollar wurden selbst in abgelegenen Regionen zur Selbstverständlichkeit. Intelligente Assistenzsysteme überwachten Gesundheitsdaten, empfahlen Therapien auf Basis gigantischer Patientendatenbanken und unterstützten autonome Waffensysteme mit präzisen Zielberechnungen.
Mit dem Aufkommen leistungsfähiger Quantencomputer veränderte sich die Architektur des Netzes grundlegend. Quantenserver übernahmen komplexe Simulationen, verschlüsselten Kommunikation mit nahezu unknackbarer Sicherheit und optimierten globale Systeme in Echtzeit. Einige dieser Server befanden sich in speziell abgeschirmten Einrichtungen, andere in orbitalen Plattformen oder unterirdischen Bunkeranlagen. Datenzentren arbeiteten zunehmend autonom. KI-Instanzen verwalteten Netzwerke, reparierten beschädigte Segmente selbstständig und verteilten Rechenlast dynamisch.
Parallel zum allgemeinen Net existierte das strikt getrennte NED-Net. Es wurde von internationalen Banken betrieben und wickelte sämtliche Transaktionen des New Dollar ab. Dieses System galt als ausfallsicher, da es auf redundanten Serverclustern und quantengestützter Verschlüsselung beruhte.
Die Apokalypse beendete diese Ära abrupt. Meteoriten zerstörten Leitungen, Einschläge rissen Kontinente physisch auseinander, elektromagnetische Impulse und radioaktive Strahlung legten Serverfarmen lahm. Besonders stark betroffene Regionen verloren ihre digitalen Archive vollständig. Der zentrale Bankenserver wurde irreparabel beschädigt, Synchronisationsketten brachen zusammen, Quantencluster fielen aus oder isolierten sich in Notprotokollen. Von globaler Vernetzung kann seitdem keine Rede mehr sein.
In der Gegenwart existiert das Net nur noch in fragmentierter Form. In Babylon bildet das Babylonian Access Network, kurz BAN, das verbliebene Rückgrat digitaler Kommunikation unter der Kontrolle und Überwachung der Ghostliner. Es handelt sich nicht um ein offenes Internet, sondern um ein streng reguliertes Hauptnetz, das einzelne Hubs miteinander verbindet. Jeder Hub betreibt sein eigenes lokales Netz mit separaten Servern, eigenen Sicherheitsarchitekturen und individuell vergebenen Zugriffsrechten. Das BAN fungiert als vermittelnde Ebene, kontrolliert Datenflüsse und filtert Inhalte.
Einige der alten Rechenzentren arbeiten noch, oft tief unter der Erde oder in besonders abgeschirmten Bereichen. Ihre Hardware ist veraltet, doch einzelne Quantenprozessoren sollen weiterhin funktionsfähig sein. Diese Relikte werden streng bewacht, da ihre Rechenleistung strategische Vorteile bietet. Simulationen von Ressourcenverteilung, Wetterentwicklungen oder taktischen Szenarien lassen sich damit präziser durchführen als mit konventionellen Systemen.
Das ursprüngliche NED-Net ist nicht mehr funktionsfähig. Die Mercenaries versuchen, ein lokales NED-Net innerhalb Babylons aufzubauen. Es soll Transaktionen zwischen den Hubs ermöglichen und langfristig eine einheitliche digitale Währung etablieren. Dieses Projekt ist technisch komplex und noch nicht vollendet.
Neben dem BAN betreibt die Elysium Station das Elysium Communication Network, kurz ECN. Dieses Intranet ist ausschließlich lokal nutzbar und wird von einem Server innerhalb der Station gehostet. Bewohner kommunizieren darüber, greifen auf interne Daten zu und steuern sicherheitsrelevante Systeme. Im Ernstfall kann das ECN vollständig vom BAN getrennt werden. Diese Isolation schützt die Station vor externen Angriffen oder digitalen Infektionen.
